Was ist Earned Wage Access? Definition und Erklärung
Earned Wage Access (EWA), auch bekannt als On-Demand Pay oder On-Demand Payroll, ist ein moderner Employee Benefit, der Mitarbeitenden ermöglicht, auf einen Teil ihres bereits verdienten Lohns zuzugreifen, bevor der reguläre Zahltag kommt. Im Gegensatz zu einem traditionellen Lohnvorschuss oder einem Kredit handelt es sich bei EWA ausschliesslich um Geld, das die Mitarbeitenden bereits durch ihre Arbeit verdient haben.
Das Prinzip ist einfach: Wenn eine Mitarbeiterin am 15. des Monats bereits zehn Tage gearbeitet hat, hat sie einen entsprechenden Anteil ihres Monatslohns verdient. Mit Earned Wage Access kann sie auf einen Teil dieses verdienten Betrags sofort zugreifen, anstatt bis zum Monatsende warten zu müssen. Es handelt sich also nicht um einen Vorschuss auf künftigen Lohn, sondern um den Zugang zu bereits erarbeitetem Einkommen.
Wie funktioniert Earned Wage Access?
Ein EWA-System wird in der Regel als digitale Plattform oder App bereitgestellt, die mit dem Lohnsystem des Arbeitgebers verbunden ist. Der grundsätzliche Ablauf sieht folgendermassen aus:
- Integration: Der Arbeitgeber verbindet die EWA-Plattform mit seinem bestehenden Payroll-System. Dies ermöglicht die automatische Berechnung des jeweils verdienten Lohnanteils.
- Echtzeit-Berechnung: Das System berechnet täglich den aktuellen Stand des verdienten, aber noch nicht ausbezahlten Lohns jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters.
- Auszahlungsanfrage: Mitarbeitende können über eine App oder ein Webportal eine Auszahlung eines Teils ihres verdienten Lohns anfordern. In der Regel ist der verfügbare Betrag auf einen bestimmten Prozentsatz begrenzt (z.B. 50% des bereits verdienten Lohns).
- Sofortige Auszahlung: Der angefragte Betrag wird direkt auf das Bankkonto der Mitarbeitenden überwiesen, meist innerhalb weniger Minuten oder Stunden.
- Automatische Verrechnung: Am regulären Zahltag wird der bereits bezogene Betrag automatisch vom Monatslohn abgezogen. Der Arbeitgeber zahlt wie gewohnt die Löhne aus und die EWA-Plattform kümmert sich um die Verrechnung.
Der Unterschied zu Kredit und Lohnvorschuss
Eine der häufigsten Fragen rund um Earned Wage Access lautet: Ist das nicht einfach ein Kredit unter anderem Namen? Die Antwort ist klar: Nein. Es gibt fundamentale Unterschiede zwischen EWA, einem klassischen Kredit und einem traditionellen Lohnvorschuss.
Kein Kredit: Bei einem Kredit leiht man sich Geld, das man noch nicht besitzt, und zahlt es mit Zinsen zurück. Bei EWA greift man auf Geld zu, das man bereits verdient hat. Es entstehen keine Schulden, keine Zinsen und keine Rückzahlungsverpflichtungen.
Kein klassischer Lohnvorschuss: Ein traditioneller Lohnvorschuss wird vom Arbeitgeber aus eigener Tasche vorfinanziert, erfordert oft einen manuellen HR-Prozess und belastet die Liquidität des Unternehmens. EWA hingegen wird über eine externe Plattform abgewickelt, ist vollständig automatisiert und hat keinen Einfluss auf die Liquidität des Arbeitgebers.
Auf einen Blick: EWA vs. Kredit vs. Lohnvorschuss
Earned Wage Access: Zugriff auf bereits verdienten Lohn. Keine Zinsen, keine Schulden, automatisiert, kein Liquiditätsrisiko für den Arbeitgeber.
Kredit: Geliehenes Geld mit Zinsen und Rückzahlungspflicht. Bonitätsprüfung nötig.
Lohnvorschuss: Vom Arbeitgeber vorfinanziert, manueller Prozess, belastet Unternehmens-Liquidität.
Vorteile für Mitarbeitende
Earned Wage Access bietet Mitarbeitenden eine Reihe konkreter Vorteile, die weit über die blosse frühzeitige Lohnauszahlung hinausgehen:
- Finanzielle Flexibilität: Unerwartete Ausgaben wie Arztkosten, Autoreparaturen oder dringende Anschaffungen können ohne Stress bewältigt werden. Mitarbeitende müssen nicht bis zum Monatsende warten, um über ihr verdientes Geld zu verfügen.
- Kein Kredit nötig: Statt auf teure Konsumkredite, Kreditkarten-Überziehungen oder gar Kleinkredite mit hohen Zinsen zurückzugreifen, nutzen Mitarbeitende einfach ihren eigenen, bereits verdienten Lohn.
- Keine Gebühren: Bei Anbietern wie Zello fallen für Mitarbeitende keinerlei Kosten an. Es gibt keine Transaktionsgebühren, keine versteckten Kosten und keine Zinsen.
- Weniger finanzieller Stress: Laut dem PwC Employee Financial Wellness Survey ist finanzieller Stress einer der grössten Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz. EWA gibt Mitarbeitenden mehr Kontrolle über ihre Finanzen und reduziert Sorgen rund um Liquiditätsengpässe.
- Mehr Würde und Autonomie: Mitarbeitende müssen nicht mehr ihren Vorgesetzten oder die HR-Abteilung um einen Lohnvorschuss bitten. Der Zugang zum eigenen verdienten Lohn erfolgt diskret und selbstbestimmt per App.
Vorteile für Arbeitgeber
Auch für Unternehmen bringt die Einführung von Earned Wage Access messbare Vorteile:
- Höhere Mitarbeiterbindung: Unternehmen, die EWA anbieten, verzeichnen nachweislich eine niedrigere Fluktuation. Mitarbeitende schätzen den Benefit und bleiben dem Arbeitgeber länger treu.
- Stärkere Mitarbeiterzufriedenheit: Finanzielle Sicherheit trägt direkt zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei. Zufriedene Mitarbeitende sind produktiver und engagierter.
- Moderner Employee Benefit: In einem zunehmend kompetitiven Arbeitsmarkt ist EWA ein innovativer Benefit, der Unternehmen als fortschrittliche Arbeitgeber positioniert und im Recruiting einen echten Vorteil bieten kann.
- Kein Liquiditätsrisiko: Da EWA über eine externe Plattform abgewickelt wird, hat die Einführung keinen Einfluss auf die Liquidität des Unternehmens. Der reguläre Lohnlauf bleibt unverändert.
- Weniger administrativer Aufwand: Manuelle Lohnvorschüsse, individuelle Anfragen und die dazugehörigen HR-Prozesse entfallen. Alles wird automatisiert und digital abgewickelt.
- Höhere Produktivität: Mitarbeitende, die weniger finanziellen Stress haben, sind nachweislich konzentrierter und leistungsfähiger bei der Arbeit.
Earned Wage Access in der Schweiz
In der Schweiz bietet das Obligationenrecht eine solide rechtliche Grundlage für Earned Wage Access. Gemäss Art. 323 OR ist der Lohn am Ende jedes Monats auszurichten, sofern keine kürzere Frist verabredet ist. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchaus vereinbaren können, dass der Lohn auch in kürzeren Intervallen oder auf Abruf ausbezahlt wird. EWA bewegt sich also vollständig im Rahmen des geltenden Schweizer Rechts.
Während Earned Wage Access in den USA und Grossbritannien bereits weit verbreitet ist und von Millionen von Arbeitnehmenden genutzt wird, steht der Schweizer Markt noch am Anfang dieser Entwicklung. Das birgt eine grosse Chance für Schweizer Unternehmen, die sich als Vorreiter positionieren und ihren Mitarbeitenden einen Benefit bieten möchten, der in anderen Ländern bereits zum Standard gehört.
Die Schweiz mit ihren vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten und dem Anspruch an eine moderne, mitarbeiterzentrierte Arbeitswelt ist ein idealer Markt für EWA. Gerade in Branchen mit variablen Einkommen, Schichtarbeit oder hoher Fluktuation, wie Gastro, Retail, Logistik oder Gesundheitswesen, kann Earned Wage Access einen echten Unterschied machen.
Rechtliche Grundlage in der Schweiz
Art. 323 OR erlaubt es, kürzere Lohnzahlungsintervalle als den Monat zu vereinbaren. Earned Wage Access ist damit vollständig konform mit dem Schweizer Arbeitsrecht. Es handelt sich nicht um einen Kredit und unterliegt daher nicht dem Konsumkreditgesetz.
Zello: Earned Wage Access für die Schweiz
Zello ist die erste Schweizer Plattform, die Earned Wage Access speziell für den Schweizer Markt entwickelt hat. Als On-Demand Payroll Lösung ermöglicht Zello Mitarbeitenden, auf ihren verdienten Lohn zuzugreifen, wann immer sie ihn brauchen, ohne Gebühren, ohne Kredit und ohne Papierkram.
Die Integration in bestehende Payroll-Systeme ist unkompliziert, und die Plattform wurde unter Berücksichtigung der Schweizer Datenschutzgesetzgebung (DSG) und der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen entwickelt. Für Arbeitgeber entstehen keine Liquiditätsrisiken, und der administrative Aufwand wird minimiert.
Ob KMU oder Grossunternehmen: Zello bietet eine moderne, faire und vollständig digitale Lösung, die Mitarbeitenden finanzielle Flexibilität gibt und Arbeitgebern hilft, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.